Gut vorbereitet
Sicherheit und Wetter in Island
Island ist ein entspanntes Reiseland – die Gefahren kommen aus der Natur: Sturm, plötzliche Wellen, Gletscherspalten und heißes Wasser. Mit den offiziellen Warndiensten und ein paar Regeln bist du gut vorbereitet.
- Notruf 112 – Polizei, Rettung, Feuerwehr
- Wetterwarnungen auf vedur.is
- Straßenzustand auf umferdin.is
- Reiseplan und App bei safetravel.is

Notruf 112 und die Safetravel-App
In Island erreichst du unter 112 alle Notdienste: Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr und die Bergrettung. Die Nummer gilt landesweit und vom Handy aus.
Die Website safetravel.is ist die offizielle Anlaufstelle für sicheres Reisen in Island. Sie wird von ICE-SAR betrieben, der isländischen Such- und Rettungsorganisation mit über 4.500 ehrenamtlichen Helfern. Dort findest du aktuelle Warnungen zu Wetter, Straßen und Naturgefahren.
Lade vor der Reise die Safetravel-App herunter. Sie informiert über Wetter- und Straßenlage, und beim Wandern kannst du damit deinen GPS-Standort an die Notrufzentrale 112 senden, damit dich Rettungskräfte finden.
Reiseplan hinterlassen
Planst du eine Wanderung oder eine Fahrt in abgelegene Gegenden, gib einer vertrauten Person einen genauen Reiseplan: Route, Zeitplan, Rückkehr. Diese Person kann Hilfe rufen, wenn du dich nicht meldest. Safetravel empfiehlt das ausdrücklich.
Wetterwarnungen: Gelb, Orange, Rot
Das Wetter in Island ändert sich schnell. Sturm, Starkregen, Schneefall und Glätte kommen oft innerhalb weniger Stunden. Der isländische Wetterdienst vedur.is veröffentlicht seit dem 1. November 2017 farbige Warnungen in drei Stufen: Gelb, Orange und Rot. Die Farbe richtet sich danach, wie wahrscheinlich das Wetterereignis ist und wie stark es sich voraussichtlich auswirkt.
Was das für dich heißt:
- Schau jeden Morgen auf vedur.is, bevor du losfährst oder wanderst.
- Bei einer Warnung für deine Region: Plan ändern, Fahrt verschieben, in der Stadt bleiben.
- Prüf vor jeder Autofahrt den Straßenzustand auf umferdin.is oder telefonisch unter 1777.
- Touranbieter sagen Ausflüge bei schlechtem Wetter ab oder verschieben sie. Plane Puffertage ein.
Wie Klima und Tageslicht sich übers Jahr verändern, steht auf unserer Seite zur besten Reisezeit. Tipps für Fahrten bei Wind und Schnee findest du unter Autofahren in Island.
Reynisfjara: gefährliche Wellen am schwarzen Strand
Der schwarze Sandstrand Reynisfjara bei Vík an der Südküste gehört laut isländischem Tourismusamt zu den gefährlichsten Ausflugszielen des Landes. Die Gefahr sind sogenannte Sneaker Waves: einzelne, unerwartet hohe Wellen, die weit den Strand hinauflaufen und Menschen ins Meer ziehen können.
Am Strand gibt es deshalb ein Warnsystem mit Lichtsignal und markierten Zonen:
- Leuchtet das gelbe Licht, darfst du die gelbe Zone nicht betreten.
- Leuchtet das rote Licht, darfst du die rote Zone nicht betreten.
Eine rund 300 Meter lange Kette führt am Fußweg entlang an den Warnschildern vorbei. Der Strand wird zudem per Kamera überwacht. Halte immer großen Abstand zum Wasser, dreh dem Meer nie den Rücken zu und behalte Kinder an der Hand.

Gletscher und Eishöhlen nur mit Guide
Gletscher sehen fest aus, haben aber Spalten, die unter Schnee verborgen sein können. Eishöhlen verändern sich, und Teile können einstürzen. Betritt Gletscher und Eishöhlen deshalb nur mit einem ausgebildeten Guide und der passenden Ausrüstung wie Steigeisen, Helm und Gurt.
Halte auch an Gletscherlagunen Abstand zum Ufer und klettere nicht auf Eisschollen. Geführte Gletscherwanderungen und Eishöhlen-Touren stellen wir auf der Seite Gletscher, Eishöhlen und Schneemobil vor, die Gletscherlagune auf der Seite Jökulsárlón.

Vulkanaktivität auf der Halbinsel Reykjanes
Auf der Halbinsel Reykjanes zwischen Reykjavík und dem Flughafen gab es in den vergangenen Jahren mehrere Ausbrüche und Erdbeben. Safetravel führt die Region rund um Grindavík und den Fagradalsfjall unter seinen aktuellen Hinweisen.
Die Lage kann sich schnell ändern. Halte dich an Sperrungen, geh nie auf frische Lava und meide Gasschwaden – vulkanische Gase können gesundheitsschädlich sein. Aktuelle Informationen findest du bei Safetravel und beim Wetterdienst vedur.is, der auch Erdbeben und Vulkanaktivität überwacht.
Wer Vulkanlandschaften sicher erleben möchte, findet geführte Touren auf unserer Seite Vulkane und Reykjanes.

Heiße Quellen: Verbrühungsgefahr
In Geothermalgebieten wie Geysir am Golden Circle ist das Wasser in Quellen und Schlammtöpfen kochend heiß, und der Boden daneben kann dünn sein. Bleib auf den markierten Wegen, halte Absperrungen ein und fass kein Wasser an, dessen Temperatur du nicht kennst.
Baden kannst du gefahrlos in den öffentlichen Schwimmbädern und den bekannten Lagunen. Einen Überblick gibt unsere Seite Schwimmbäder und heiße Quellen.
Unterwegs in der Natur: die wichtigsten Regeln
- Wege nicht verlassen: Das schützt dich und die empfindliche Vegetation. Mit dem Auto ist Fahren abseits der Straßen gesetzlich verboten.
- Rettung kann dauern: In abgelegenen Gegenden brauchen Rettungskräfte laut Straßenverwaltung teils länger als eine Stunde.
- Richtig anziehen: Wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk gehören zu jeder Wanderung – auch im Sommer. Unsere Packliste hilft beim Packen.
- Handy laden: Nimm eine Powerbank mit, damit du im Notfall 112 anrufen oder deinen Standort senden kannst.
- Touren mit Guide: Für Gletscher, Eishöhlen, Hochland und Vulkangebiete ist eine geführte Tour die sicherste Wahl.
Leitungswasser: sauber und trinkbar
Das Leitungswasser in Island ist laut Visit Reykjavík sauber, sicher und von sehr hoher Qualität – du kannst es überall trinken. Flaschenwasser musst du nicht kaufen. Füll lieber eine eigene Trinkflasche auf.
Das Warmwasser kann sehr heiß sein – prüf die Temperatur, bevor du die Hände darunter hältst.
Sicherheit in Reykjavík
In der Stadt geht es meist um Alltägliches: Achte im Winter auf glatte Gehwege und rutschfeste Sohlen, bei Sturm auf herumfliegende Gegenstände und darauf, dass Autotüren aufgerissen werden können. Nachts fahren nur am Wochenende Nachtbusse – wie du sicher nach Hause kommst, steht auf unserer Seite zum Nahverkehr.
Krankheit und Arzt: EHIC mitnehmen
Nimm deine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) mit. Laut Visit Reykjavík zahlst du damit dieselben Gebühren wie in Island Versicherte. Für allgemeine Beschwerden gehst du während der Öffnungszeiten in ein Gesundheitszentrum (Heilsugæslustöð), Notfälle versorgt das Universitätskrankenhaus Landspítali. Medikamente gibt es in Apotheken (Apótek), viele nur auf Rezept.
Eine Reisekrankenversicherung deckt Kosten ab, die die gesetzliche Versicherung nicht übernimmt, etwa einen Rücktransport. Im Notfall wählst du 112.
Sicherheit in Island: häufige Fragen
Die 112. Darüber erreichst du Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr und Bergrettung.
Ja, die Safetravel-App. Mit ihr kannst du unter anderem deinen GPS-Standort an die Notrufzentrale 112 senden und dich über Wetter- und Straßenlage informieren.
Beim isländischen Wetterdienst auf vedur.is. Die Warnungen gibt es in den Stufen Gelb, Orange und Rot.
Wegen der Sneaker Waves: unerwartet hohe Wellen, die weit den Strand hinauflaufen. Ein Lichtsignal zeigt an, welche Zonen gesperrt sind – bei Gelb die gelbe, bei Rot die rote Zone.
Davon ist dringend abzuraten. Gletscher haben verborgene Spalten. Geh nur mit ausgebildetem Guide und Ausrüstung.
Gefährlich wird es, wenn man Sperrungen missachtet, auf frische Lava geht oder in Gasschwaden gerät. Halte dich an die Hinweise von Safetravel und den Behörden vor Ort.
Auf umferdin.is oder telefonisch unter 1777.
Eine Beschreibung deiner Route und deines Zeitplans, die du einer vertrauten Person hinterlässt. Meldest du dich nicht wie vereinbart, kann diese Person Hilfe holen.